Froschteich

1. Das Vorwort

Das Bauen war im entferntesten Ursprung die Lösung der Energiefrage. Der Mensch wurde durch Klimaveränderungen und die Besiedlung nördlicher Gebiete dazu gezwungen, Wohnstätten zu errichten, die ihm das Überleben unter kalten klimatischen Verhältnissen ermöglichte. Sie dienten dem einzigem Zweck, den Schutz gegen Kälte, Regen und Schnee. Mit der Entwicklung der Zivilisation wurde die Energieproblematik beim Haus immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Durch scheinbar unerschöpfliche Energiereserven und dem stetig steigendem technischem Fortschritt, wurde der eigentliche Zweck der Baukunst mehr und mehr vergessen. Wachgerüttelt durch die ersten Ölkrisen wurde die Energieproblematik wieder Gesprächsthema. Nach Beendigung der Ölkrisen in den Siebzigern, kommt es zu Bemühungen, den Energieverbrauch von Gebäuden per Gesetz zu verringern. Ich gehe davon aus, das sich die Vorräte an fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle in den nächsten 50-70 Jahren dem Ende neigen und bereits in den nächsten Jahren eine merkliche Veränderung dieses Sektors zu verzeichnen ist. Es wird verstärkt die Nutzung und der Einsatz unserer Energiequelle Nr. 1 der Sonne zu verzeichnen sein. Die Sonne deckt alle 8 Minuten den Gesamtenergieverbrauch eines Jahres auf unserer Erde ab. Sie liefert 35000000000000000 Kilowattstunden zur Erde.

 

2.Die Einleitung

Mein Name ist Jörg Kraushaar, ich bin heute 39 Jahre alt und möchte Ihnen mein 1999/ 2000 errichtetes Einfamilienhaus vorstellen. Das Haus befindet sich im Eichsfeldkreis in Thüringen genau in 37351 Kreuzebra in der Riemenstrasse 12. Im Jahr 1996 erwarb ich ein gut 1000 m² großes Grundstück, auf dem sich ein altes Haus, Nebengebäude, Stallanlagen sowie eine relativ guterhaltene Scheune befand. Das baufällige Haus und die angrenzenden Nebengebäude habe ich abgerissen. An gleicher Stelle des alten Hauses, habe ich im Mai 1999 begonnen mein Einfamilienhaus zu errichten. Bereits lange vor Baubeginn habe ich mir ernsthafte Gedanken über alternatives Bauen, Wärmedämmung alternative Energiequellen sowie über energieeinsparende Technik gemacht. Weiterhin sollten die Aspekte Baubiologie, Raumklima und Komfort in dies Gesamtkonzept so gut es geht mit einfließen.

 

3. Die Hülle vom Haus

3.1. Das Kellergeschoss

Die Wohnfläche des Hauses beträgt ca. 120m², dazu kommt ein ca. 50m² ausgebautes Kellergeschoss. Im Kellergeschoss kam ein 36-er Blähtonstein (Liapor) zum Einsatz. Dieser Baustoff hat gleich mehrere Vorteile.  Bestehen tut der Stein aus ca. 180 Millionen Jahre altem Ton, welcher im Veredelungsverfahren zu kleinen Kugeln aufgebläht wird. Weiterverarbeitet zu Steinen hat er durch sein geringes Gewicht, sowie seine hohe Kornfestigkeit beste Vorraussetzungen für einen Naturbaustoff. Aus einem Kubikmeter Ton entstehen bis zu 5 Kubikmeter Blähton. Dieses schont die Abbauflächen erheblich. Der Stein ist unempfindlich gegen Feuer, Feuchtigkeit und Frost. Seine kapillarbrechenden Eigenschaften verhindern, dass Wasser im Stein oder in der Wand nach oben gelangen kann. Weiterhin schimmelt oder verrottet der Stein nicht, wenn er mit Wasser in Berührung kommt. Durch die Kugelstruktur der vielen kleinen eingeschlossenen Luftkammern ist Liapor im hohem Maße wärmedämmend und wärmespeichernd. Durch die Eigenschaft der Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit (Diffusion von Wasserdampf), reguliert der Stein die Luftfeuchtigkeit im Innenraum und trägt ähnlich wie Lehmputz zu einem angenehmen Raumklima bei. Der von mir verwendete 36-er Liaporstein hat einen Wärmedurchlasswiederstand U (K-Wert) von ca. 0,30 W/ (m²/K). Im Bereich des Erdreiches steht vor dem Stein noch eine 8 cm dicke Dränplatte, so das sich der K-Wert bei ca. 0,28 einpendeln dürfte.

 

3.2. Das Erd- und Dachgeschoss

Im Bereich der oberen zwei Geschosse kam ein 30-er Wüpor- Porenbetonstein zum Einsatz. Auch dieser Sein besitzt mehrere Vorteile. Zum einen entschied ich mich statt für einen 36-er Stein für einen 30-er und hatte somit einen deutlichen Wohnflächengewinn erzielt. Dieses konnte ich mir leisten, da der 30-er Porenbetonstein ähnlich wie der 36-er Blähtonstein im Keller einen K-Wert von 0,30 aufwies. Durch eine spätere Außendämmung von 5 cm Steinwolle ( kein Styropor, wegen dem Erdöl ), hat sich der K-Wert meines Hauses noch einmal erheblich verringert. Ich denke sr liegt im Bereich der beiden Obergeschosse bei ungefähr 0,25 W/(m²/K). Der Wüporstein ist ebenfalls wie der Liaporstein nicht brennbar und durch sein geringes Gewicht sehr verarbeitungsfreundlich. Die Bandscheiben der Maurer und die meinigen wussten dies zu schätzen.

 

3.3. Das Dach

Das Dachgeschoss ist komplett ausgebaut worden. Für eine gut Dämmung ließ ich die Dachsparren auf 180 mm Tiefe fertigen. Zwischen die Sparren kamen in gleicher Tiefe Dämmwollplatten zum Einsatz. Als „Dampfbremse“ verbaute ich die damals neu auf den Markt gekommene Spezial-Polyamidfolie Difunorm-Vario. Diese Folie besitzt einen variablen Dampf- Diffusionswiederstand, welcher sich der Feuchtigkeitsmenge in der Holzkonstruktion anpasst. Durch diese Folie war gewährleistet, das Restfeuchte der Holzkonstruktion wesentlich schneller austrocknen konnte. Durch die Gefügeänderung bremst die Folie im Winter das Eindringen von Wasserdampf aus den Wohnräumen, so das nur geringe Feuchtigkeit in die Holzkonstruktion gelangen kann. Der Dampfdiffusionswiederstand ist im Winter hoch. Im Sommer, hervorgerufen durch Sonneneinstrahlung und Wärme tritt die im Holz gespeicherte Feuchte in Form von Wasserdampf aus. Die Folie erkennt dies und ändert sodann ihre physikalische Struktur (Gefüge). Nun ist der Dampfdiffusionswiederstand klein und die Folie wird durchlässig. Durch das Dampfdruckgefälle wandert der Wasserdampf aus der Konstruktion in die Wohnräume und kann austrocknen.

3.4. Die Fenster

Im gesamten Haus inklusive Keller und Dach baute ich Fenster mit einem K-Wert von 1,1 W/(m²/K) ein. Dieser extrem niedrige K-Wert hilft mir eine Menge Energie zu sparen, denn der Wärmeverlust verringert sich um über 60% gegenüber herkömmlichen Isolierglas mit einem K-Wert von 3,0 W/(m²/K) . Erreicht wird dieser niedrige Wert dadurch, das auf einer der beiden Glasseiten ein Wärmeschutz aufgedampft ist, sowie sich das Edelgas Argon im Scheibenzwischenraum befindet. Im Jahr 1999 war der Einbau derart wärmeisolierter Fenster ehr selten. Für die Außenseiten der Fenster ließ ich eine spezielle Beschichtung aufbringen. Pate für diese Beschichtung stand die Lotuspflanze. Die Blätter dieser Pflanze besitzen die Eigenschaft an ihrer Oberfläche mikroskopisch sehr rau zu sein und daher gelingt es weder Schmutz noch Wasser an ihr haften zu bleiben. Die Fensterscheiben wurden dadurch extrem pflegeleicht und ich hatte für die Zukunft einen wesentlich geringeren Reinigungsaufwand. Die Fenster werden nur noch 2-3 Mal im Jahr gereinigt und daher der Wasser und Reinigungsmittelbedarf auf ein Minimum reduziert. Trifft Regen auf die Glasoberfläche, perlt er ab und nimmt Staub oder Schmutzpartikelchen mit sich. Da der Schmutz nicht so haften kann wie bei herkömmlichem Glas besitzt Wind ähnliche Eigenschaften. Diese Beschichtung ist der Traum jeder Hausfrauoder Hausmannes.

 

4. Die nicht alltägliche Heizung

Es gibt Heizungsanlagen, welche mit einer über 1000°C heißen Flamme Räume auf 22°C und Wasser auf 40°C oder 70°C erwärmen. Diese Konstellation  schien mir nicht das richtige System für mein Projekt zu sein. Ich entschied mich für ein Heizsystem, bei welchem ich eine KWh (Strom) investiere und dafür 4,5 KWh Energie erhalte. Ich heize mit Erdwärme und die Anlage, welche diese erstaunlichen Eigenschaften besitzt heißt Wärmepumpe. In meinem Garten sind Erdkollektoren in ungefähr 1 Meter Tiefe vergraben, welche die Temperatur der Erde annehmen. Sie bestehen aus plastikummantelten Kupferrohren. Man benötigt eine ca. doppelt so große Kollektorfläche (Gartenfläche) wie man im Haus zu beheizende Wohnfläche hat. Die Wärmepumpe funktioniert ähnlich wie ein Kühlschrank. Das Kältemittel befindet sich allerdings bei der Wärmepumpe in den Erdkollektoren und wird mit der aufgenommenen Energie zur Wärmepumpe ins Haus befördert. Dort wird das Medium verdichtet und weitertransportiert zur Fußbodenheizung oder in den Warmwasserspeicher. Man kann Temperaturen von bis zu 70°C erreichen, wobei allerdings der Wirkungsgrad der Anlage geringer wird. Erstaunlich ist das Prinzip, da der Erde nur etwa 2-3°C entzogen werden. Idealerweise arbeitet man mit einer geringen Vorlauftemperatur um einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen. Da ich vom Keller bis zum Dach ausschließlich eine Fußbodenheizung und keine Wandheizkörper installiert habe, ist dies mit 30-35°C problemlos möglich. Die Fußbodenheizung bescherte mir außerdem noch weitere Vorteile. Die sonst aufwirbelnden Staubpartikel im Raum werden auf ein erträgliches Maß reduziert. Der Raumtemperaturunterschied vom Fußboden zur Decke beträgt lediglich ca. 4-5°C. Die Zeit der kalten Füße und der warmen Köpfe war vorbei. Außerdem kann sich meine Familie und ich das ganze Jahr barfuss im Haus bewegen ohne kalte Füße zu bekommen. Durch eine relativ aufwendige Wärmebedarfsermittlung für mein Einfamilienhaus wurde ermittelt, das lediglich erstaunlich geringe 4 KW Heizleistung nötig sind um das gesamte Haus von ca. 175 m² zuheizen. Um einen gewissen Puffer zu haben und da ein Teil des Warmwasserbedarfs ebenfalls von der Wärmepumpe abgedeckt werden musste, entschied ich mich für eine 7,6 KW Wärmepumpe. Die Wärmepumpe ist in der Lage das Haus komplett zu heizen und den Warmwasserbedarf  komplett abzudecken und zwar das gesamte Jahr ( auch bei Minus 25°C) .Die Wärmepumpe wird elektrischen Strom angetrieben, um die Wärme aus dem Garten zu pumpen, zu verdichten und weiterzutransportieren. Durch einen ausgeklügelten Tag und Nachtstromtarif habe ich sehr geringe Kosten für meine Heizung. Die Stromkosten für Warmwasser und Heizung für mein Einfamilienhaus belaufen sich im Jahr auf ungefähr 300€. Da ich ein Problem mit Strom aus Atomkraft ( wegen des Risikos ) und fossilen Dreckschleuderkraftwerken habe, schloss ich einen speziellen Liefervertrag für Strom mit meinem Energielieferanten ab. Jede KWh, welche ich für meine Anlage benötige, wird aus Wasserkraft ( Werra ) erzeugt und ins Leitungsnetz eingespeist.

5. Die Solaranlage

Das selbstverständlichste bei meinem Gesamtkonzept heizen mit alternativen Energiequellen war die Installation einer 8,8 m² großen thermischen Solaranlage. Genutzt wird die Solaranlage ausschließlich für die Bereitung von Warmwasser. Die Anlage besteht aus 4 Flachkollektoren, welche sich auf dem Dach in südlicher Richtung befinden. Ungefähr 85% des jährlichen Warmwasserbedarfs deckt mir diese einfach geniale und so simple Anlage ab. Die Wärme ( bis zu 135°C ) wird mittels Umwälzpumpe vom Dach in den Solarspeicher geleitet. Dort gibt ein Wärmetauscher unten im Speicher seine Wärmeenergie an das Wasser ab und dies fast völlig umsonst. Der Sonne sei Dank. Durch langjährige Beobachtungen habe ich festgestellt, das die Solaranlage sogar bei defusem Licht, also wenn keine Sonne scheint, ausreichend Energie (40°C) liefert, so das auch ohne Sonnenstrahlen gebadet werden kann. Die restlichen ca. 15% des jährlichen Warmwasserbedarfs deckt meine Wärmepumpe problemlos ab. Durch Inanspruchnahme der umfangreichen Fördermittel arbeitete die Solaranlage bereits 2,5 Jahre nach ihrer Installation im Plus. Für die Umwelt bereits ab der ersten Sekunde. Im Jahr 2000 war ich der erste im Dorf, welcher eine Solaranlage auf dem Dach hatte. Damals stellte ich eine gewagte These auf und behauptete, das sich in 10 Jahren kaum noch jemand ein Haus ohne Solaranlage leisten kann. Die Preise für fossile Brennstoffe heute geben mir Recht. Mittlerweile hat sich die Anzahl der Solaranlagen im Dorf mehr als verzehnfacht.

6. Die romantische Zusatzheizung

Einen Schornstein benötige ich für mein Haus eigentlich nicht, da die Wärmepumpe sekundär ja völlig ohne Emissionen arbeitet. Trotzdem entschied ich mich zur Errichtung eines einzügigen Schornsteins. Denn nun hatte ich die Möglichkeit mir einen Kindheitstraum zu erfüllen. Ich baute mir einen Kamin ins Wohnzimmer, welcher in so manch romantischer Stunde seine wohltuende Wärme und unverwechselbare Atmosphäre spendet. Durch die Installation  des Kamins erzielte ich einen hohen Wert an wohnlicher und gesundheitsdienlicher Lebens- und Wohnqualität. Verheizt wird ausschließlich unbehandeltes und absolut trockenes Holz, welches mindestens 3 Jahre getrocknet ist. Bei der Verbrennung entstehen so nur noch Abgase, welche der Baum beim wachsen aus der Umwelt gefiltert hat. Das schädliche Kohlenmonoxid, welches bei der Verbrennung von nassem Holz entstehen würde, wird so auf ein Minimum reduziert. In der entstehenden Asche befindet sich ein hoher Anteil an mineralischen Stoffen, welche ich selbstverständlich zur Pflanzendüngung benutze.

7. Der zentrale Staubsauger

Als ich einmal in Kanada war und einen zentralen Staubsauger in Aktion sah, stand für mich fest, das solch ein Gerät Bestandteil meines Hauses sein wird. Einbauen konnte ich die Staubsaugeranlage selber. In jeder Etage des Hauses befindet sich eine Staubsaugersteckdose, so das ich lediglich ein 50 mm Durchmesser Rohr dorthin verlegen musste. Im Hausanschlussraum, in welchem alle Technik zusammengeführt ist, enden die Saugrohre an einer leistungsstarken Turbine. Die Turbine saugt die Staubsaugerluft an, führt sie durch einen Filter und befördert die Abluft nach außen. Somit wird die mit vielen mikroskopisch kleinen Teilchen kontaminierte Luft nicht wieder in den Innenraum geblasen, wie es bei herkömmlichen Staubsaugern der Fall ist. Für Allergiker ist solch eine Anlage ein Segen. Die Benutzung ist denkbar einfach, denn ich nehme meinen 7 Meter langen Saugschlauch, führe ihn in eine der Steckdosen und beginne zu saugen. Die Geräuschentwicklung ist so gering, das ich während des Saugens telephonieren kann. Ein weiterer Vorteil war für mich die relativ geringen Kosten, doch auch die hohe Garantiezeit und die Null-Folgekosten sind doch unschlagbar. Die Auffangbox leere ich ca. zweimal im Jahr und bei dieser Gelegenheit wasche ich den Stofffilter aus. Diesen Filter kann ich immer wiederverwenden.

8. Der Zirkulationswächter

Jeder kennt das Problem, wenn man den Wasserhahn aufdreht um warmes Wasser zu nutzen, laufen etliche Liter in den Abfluss bevor endlich die ersehnte Temperatur am Wasserhahn oder dem Duschkopf anliegt. Kostbares Trinkwasser geht somit verloren und muss auch noch teuer bezahlt werden. Es gibt bereits einige Zirkulationssysteme, welche mir erlauben auf Knopfdruck warmes Wasser zu haben. Alle Systeme die ich kenne sind zu aufwendig oder zu energievernichtend. In meiner Zirkulationsleitung befindet sich eine Zirkulationspumpe. Zwei Temperatursensoren, welche sich am Eingang und dem Ausgang des Warmwasserspeichers befinden, messen ständig die Temperaturdifferenz. Bei Abweichungen, also wenn ich morgens den Wasserhahn aufdrehe, läuft die Pumpe an und fördert warmes Wasser direkt zu den Verbrauchsstellen. Kurze Zeit später schaltet sich die Pumpe selbstständig wieder aus. Interessant und sinnvoll ist auch, das der Zirkulationswächter lernfähig ist und sich somit über einen längeren Zeitraum die Zeiten der überwiegenden Nutzung merkt um sich selbstständig einzuschalten. Durch die geringe Laufzeit der Pumpe, verlängert sich natürlich auch die Lebensdauer der Pumpe enorm. Hätte ich eine Erdgasheizung, würde ich durch Verwendung dieses Zirkulationswächters eine Einsparung von ca. 0,50€ pro Tag erzielen und die Umwelt merklich entlasten.

9. Die geniale Waschmaschienensteuerung

Waschmaschinen haben die Eigenschaft bei großen Familien oft zu laufen und eine Menge an Strom, Waschmittel und Wasser zu verbrauchen. Den meisten Strom, nämlich bis zu 80% des gesamten Waschvorgangs gehen für die Aufheizung des kalten Wassers verloren. Meiner Waschmaschine habe ich einen zweiten Wasseranschluss gegönnt, welcher ausschließlich warmes Wasser ( von der Sonne erhitzt ) führt. Somit holt sich die Waschmaschine bereits am Anfang ihr warmes Wasser und der Heizstab wird annähernd arbeitslos. Gespült wird nur mit kaltem Wasser. Steuern tut die verschiedenen Waschprogramme und Temperaturen ein Vorschaltgerät, das Gehirn dieser Anlage. Durch diese geniale Sache, spare ich ca. 50% Waschmittel und 50% Strom ein. Pro Bewohner meines Hauses also ungefähr 80 KWh pro Jahr, welches sich bei mehreren Bewohnern natürlich schön summiert. Durch dieses Vorschaltgerät entlaste ich im hohen Maße die Umwelt. Ungefähr eine halbe Tonne pro Jahr an schädlichen Abgasen wird durch den Betrieb dieses Gerätes nicht in unsere Atmosphäre gepustet.

10. Die Lehmputze

Im gesamten Haus habe ich bewusst auf Tapete und Gipsplattenwandverkleidungen verzichtet und bin heute froh und sogar ein wenig stolz darüber. In den meisten Räumen habe ich farbigen Lehm oder Lehmstreichputz verwendet. Lehmstreichputz wird lediglich mit einem Pinsel auf die Wand gestrichen und ist sehr schnell verarbeitet. Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff  und Ton. Lehmputz reguliert exzellent die Raumluftfeuchtigkeit, da er die Eigenschaft besitzt relativ schnell Feuchtigkeit aufzunehmen und bei Bedarf sie wieder an den Raum abzugeben. Dadurch reguliert Lehmputz die Feuchtigkeit der Raumluft und trägt somit für ein gesundes Raumklima bei. Äußerst angenehm empfindet man eine konstante Luftfeuchtigkeit von ca. 50% . Sie reduziert die Feinstaubbildung, verhindert ein Austrocknen der Schleimhäute bei uns Menschen und wirkt somit vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten. Lehm braucht nur etwa 1% der Energie bei der Herstellung gegenüber von Stahlbeton oder Ziegelsteinen und trägt damit kaum zur Umweltverschmutzung teil. Der Baustoff Lehm speichert ebenfalls wie andere Baustoffe Wärme und kann somit zur Verbesserung des Raumklimas und zur Energieeinsparung beitragen. Mit minimalem Geräteaufwand und der sehr leichten Verarbeitung, war es mir möglich die Lehmputze selbst aufzubringen. Lehm ist unbegrenzt und jederzeit wiederverwertbar. Das heißt, wenn mal ein Loch oder ein Kratzer den Putz nicht mehr so schön aussehen lassen, rühre ich einen Becher voll Lehm an und trage ihn auf der zu reparierenden Stelle auf. Im Gegensatz zu anderen Baustoffen kann Lehm als Bauschutt niemals die Umwelt belasten. Da sich Lehm quasi überall in unseren Breitengraden befindet und man ihn problemlos abstechen kann, spart er erheblich Transport- und Baukosten, welches natürlich wieder unserer Umwelt zugute kommt. Gegenüber anderen massiven Wandbaustoffen schirmt Lehm wesentlich besser hochfrequente Strahlung von Mobilfunknetzen, UMTS, GPS und drahtlosen Telefonen ab. In Lehmgebäuden haben Handys kaum Empfang. Erstaunlich ist ebenfalls die Eigenschaft von Lehm, so das sie Schadstoffe aus der Raumluft binden kann. Ich kann mich erinnern, das es eine Untersuchung von Lehmputz aus dem 17. Jahrhundert gab, bei welchen 3,5% mehr Schwefel nachgewiesen wurde als in den Putzen der Nachbarräume. Alles in allem würde ich nie wieder auf den Baustoff Lehm verzichten.

11. Der vorerst überaus sinnvolle Rest

Einige Anlagen oder durchgeführte Vorhaben habe ich nun schon vorgestellt, doch dies ist beiweitem noch nicht alles. Einige weitere sinnvolle Projekte, welch ich rund um mein Hausbau verwirklicht habe möchte ich hier noch kurz vorstellen. Ich besitze einen Solarkocher, der wie ein überdimensionaler silberner Parabolspiegel aussieht. Bei Sonnenschein beschert er mir richtig ausgerichtet in seinem Brennpunkt über200°C. Die Leistung von über 500 Watt ermöglicht es mir die Elektroherdplatte nur bei bedecktem Himmel arbeiten zu lassen. Die Elektroenergieeinsparung ist enorm. Beim solaren Kochen im freien kann die ganze Familie bei der Zubereitung der Speisen teilhaben. Am meisten macht mir das Kochen im Winter bei Frost Spaß. Ich kann mich an einen sonntäglichen Stromausfall in meinem Dorf erinnern, doch unser Essen war pünktlich und umweltfreundlich angerichtet. Bezugnehmend auf das Kapitel 3.4. (Fenster) , möchte ich erwähnen, das die Echtglasabtrennung meiner Dusche ebenfalls mit einer Antihaftbeschichtung versehen wurde um das Reinigen zu erleichtern und dem Schmutz sein Anhaften zu erschweren. Die Toilettenschüssel und das Waschbecken im Bad haben auf ihrer Keramikoberfläche eine ähnliche Beschichtung. Dadurch wird ebenfalls umweltbelastendes Reinigungsmittel sowie Wasser für die Reinigung eingespart. Eine andere, aber mit dem gleichen Zweck versehende Versiegelung, lies ich auf den kompletten Teppichboden im Obergeschoss aufbringen. Der Schmutz lässt sich so wesentlich leichter einsaugen und spart wertvolle Energie. Wie in jedem Haushalt, werden auch in unserem Batterien benötigt. Doch diese sind recht teuer, zu schnell leer und außerdem bei nicht fachgerechter Entsorgung ein großes Problem für unsere Umwelt. Wir benutzen vorwiegend wiederaufladbare Akkus. Sind sie einmal leer, wandern sie in meinem Solarladegerät. Dieses sinnvolle Gerät wandelt mir die kostenlose Sonnenergie in elektrische Energie um und lädt meine Akkus wieder auf.  Die Einsparungen sind auch hier recht groß. Natürlich benutze ich in Innen- und Außenbereich wo es möglich ist Energiesparlampen, welche einen wesentlich geringeren Energieverbrauch wie herkömmliche Glühlampen haben und zum zweiten eine erheblich längere Lebensdauer besitzen. Frisches Brot, frische Brötchen und Kuchen gibt’s beim Bäcker. Pizza gibt’s beim Italiener. Anders bei uns, denn wir haben uns aus Lehm einen Lehmbackofen im Garten gebaut. Einmal angeheizt, dauert es ca. eine Stunde und fertig ist das selbstgebackene, frische und knusprige Brot. Auch Brötchen. Kuchen und Pizza werden in unserem Naturofen gebacken. Der Ofen wird nicht mit Öl, Strom oder Gas befeuert, sondern mit trocknem Holz und ist somit sehr umweltschonend zu betreiben. Durch den Bau meines Hauses, habe ich in den Haushalt der Natur eingegriffen. Um der Natur wieder etwas zurückzugeben, habe ich auf meinen Brunnendach, sowie Vogelhäuschendach ein Gründach, bepflanzt mit Succulenten errichtet. Succulenten sind Pflanzen, welche die Eigenschaft haben Wasser zu speichern und somit über längere Zeit ohne auskommen können. Mein Carport, welches ca. 25m² groß ist sieht von oben ebenfalls grün aus. Dort habe ich ein Grasdach errichtet. Auf dem Dach wachsen ungefähr 20 verschiedene Gräser und ein paar nachträglich von mir ausgesäte Blumen. Damit habe ich erreicht, die der Natur entzogene Fläche darunter, oben auf ihr wiederzugeben. Gründächer sehen nicht nur schön aus, sondern haben auch wesentliche Vorteile gegenüber anderen Dächern. Gründächer halten wirksam das Regenwasser zurück und entlasten somit die Kläranlagen. Der Schallschutz und die Wärmeisolierwirkung ist recht groß. Da auf meinen Dächern Pflanzen leben, verbrauchen sie schädliches Kohlenmonoxid, produzieren Sauerstoff und filtern Staub aus der Luft. Nach dem Bau meiner Dächer entstand ein interessanter Lebensraum für Flora und Fauna. Die Gründächer auf meinem Anwesen tragen wesentlich zur Verbesserung des Klimas bei. Die Brunnendachbeleuchtung und die Gartenwegbeleuchtung ist selbstverständlich mit Solarlampen ausgestattet. Sollte jemand in der Dämmerung oder Nachts mein Haus aufsuchen, so fällt ihm sicherlich nicht nur die Sonnenuhr, sondern auch die von der Sonne aufgeladene, m beleuchtete solare Hausnummer auf. Weitere ökologisch sinnvolle und energieeinsparende Projekte habe ich geplant und einige befinden sich in der Vorbereitung.

12. Das wirklich Allerletzte

Wer also Lust hat mehr über das einfach geniale Haus, deren Bewohner und weiteren Vorhaben, Workshops und Führungen zu erfahren,  kontaktiert mich. Die Kontaktdaten sind unter Impressum erreichbar. Nach vorheriger Absprache bin ich gern bereit, mein Anwesen der Öffentlichkeit zu öffnen und jedem dem es interessiert zu zeigen. Ohne eine gesunde Umwelt ist kein Leben auf unserem Planeten möglich und daher ist es sehr wichtig sich mit Energieeinsparung und Umweltschutz auseinander zusetzen. Unsere Kinder und Enkel werden dankbar sein.